
Das Aufkommen von generativer KI und Foundation Models hat die Art und Weise revolutioniert, wie jedes Unternehmen in allen Branchen an diesem Wendepunkt arbeitet. Dies gilt insbesondere für die HR-Funktion, die in der neuen KI-Ära in den Vordergrund gerückt ist. In einer aktuellen IBV-Studie gaben 36 % der CEOs an, dass die Belegschaft und die Fähigkeiten der wichtigste Faktor für ihr Unternehmen seien. Die Ausweitung der Nutzung von KI-Fähigkeiten in zentralen HR-Prozessen wie Rekrutierung, Bindung und Entwicklung von Kompetenzen und Talenten verspricht eine Transformation des Unternehmens und ermöglicht es Organisationen, im globalen Markt wettbewerbsfähig zu sein.
Die Zukunft von HR und Talenten mit generativer KI
Traditionell haben viele HR-Prozesse, Anwendungen und Technologien – von der Analyse von Lebensläufen über das Sourcing und Screening bis hin zur Zuordnung von Kandidatenfähigkeiten – von Automatisierung und KI-Fähigkeiten profitiert und waren eng mit ihnen verbunden. In dieser neuen Ära kann die generative KI jedoch mehr leisten, indem sie gezielte Berater bereitstellt, und die Anwendungsfälle, die davon profitieren, werden weiter zunehmen. Prozesse wie die Erstellung von Stellenbeschreibungen, die automatisierte Bewertung von Videointerviews und die intelligente Suche, die früher menschliche Mitarbeiter erforderten, können nun mithilfe datengestützter Erkenntnisse und generativer KI durchgeführt werden. Dies transformiert nicht nur HR-Prozesse und verbessert Geschäftsabläufe, sondern befähigt HR-Fachleute auch, zu innovieren und sich auf höherwertige Arbeit zu konzentrieren.
Die Weiterentwicklung von KI-Fähigkeiten in Anwendungsfällen wie Rekrutierung und Akquisition ist zunehmend ausgefeilt und reduziert die Kosten und die Zeit, die für die Einstellung neuer Mitarbeiter erforderlich sind. Durch die Segmentierung von Anforderungen basierend auf Rollenanforderungen, Talentverfügbarkeit und anderen obligatorischen Kriterien können Recruiter die Übereinstimmung von Kandidatenfähigkeiten verbessern, vielfältigere Talente anziehen und die Produktivität steigern.
Kritische Überlegungen für eine verantwortungsvolle KI-Nutzung
So grenzenlos die Möglichkeiten auch sind, die Vielzahl an Anwendungsfällen für generative KI im HR-Bereich wirft auch Fragen nach Missbrauch und potenziellen Verzerrungen auf. Die weit verbreitete Einführung und Nutzung von KI in HR-Anwendungen bringt viele Bedenken hinsichtlich ethischer Implikationen und Mitarbeiterschutz in Bezug auf Daten und Privatsphäre mit sich. Bevor Organisationen KI in ihre Prozesse übernehmen, müssen sie klare Absichten entwickeln, was verantwortungsvolle KI für sie individuell bedeutet, und nicht nur festlegen, was sie tun wollen, sondern auch, was sie nicht tun wollen. Das Versäumnis, eine verantwortungsvolle KI-Strategie zu verfolgen, kann erhebliche Auswirkungen auf Reputation, Regulierung, Recht und Finanzen haben.
Daher ist die verantwortungsvolle Nutzung von KI entscheidend für den Erfolg über den gesamten Mitarbeiterlebenszyklus hinweg und muss in die generative KI-Strategie integriert werden. HR-Führungskräfte können sich nicht einfach auf Daten und KI verlassen, um Entscheidungen zu treffen. Mitarbeiter müssen in den Prozess einbezogen werden, um Vertrauen zu schaffen und die Zustimmung der Organisation zu gewinnen.
Um eine verantwortungsvolle KI-Nutzung sicherzustellen, empfehlen Unternehmen, dass Organisationen diese fünf Säulen der KI-Ethik befolgen:
- Erklärbarkeit: Vertrauen gewinnen und erhalten, indem klargestellt wird, dass Beförderungsentscheidungen von menschlichen Mitarbeitern getroffen werden.
- Fairness: Regeln konsequent anwenden und dieselben Daten für alle Mitarbeiter anzeigen.
- Robustheit: Schutz vor gegnerischen Bedrohungen und potenziellen Angriffen, um Systeme gesund zu halten.
- Transparenz: Vertrauen fördern und verstärken, indem Informationen mit Stakeholdern unterschiedlicher Rollen geteilt werden.
- Privatsphäre: Daten müssen während des gesamten Lebenszyklus geschützt werden – von der Schulung über die Produktion bis hin zur Governance.
Auch wenn wir nicht wissen, wohin sich die nächste Stufe der generativen KI entwickeln wird, müssen Organisationen diese ethischen Säulen zu einem integralen Bestandteil ihrer Kultur machen. HR-Führungskräfte geben den Ton an. Sie müssen den Rest des Unternehmens zu den ethischen Implikationen von KI und Datenschutz herausfordern. Sie müssen auch in der Lage sein, ihrer Organisation zu erklären, wie sie sicherstellen wollen, dass ihre KI-Nutzung vertrauenswürdig, ethisch und konform ist.
Herausforderungen werden weniger problematisch, wenn man zunächst die gesamte Geschäftsstrategie der Organisation mit der generativen KI-Strategie in Einklang bringt, End-to-End-Prozesse und Workflows definiert und Menschen und Technologien darüber aufklärt, wie alles zusammenarbeiten wird.

